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Migration versus Sozialstaat? Ein Wahlproblem von AfD, Trump, FPÖ und Co.

Michael Opielka – 16. September 2017

Der Aufstieg der Rechtspopulisten bis Rechtsextremen in den letzten Jahren hat drei Ursachen: zum einen generell und schon sehr viel länger das Unbehagen an der Moderne, die ständische Ordnungen abschafft, das Individuum frei setzt und die Gleichheit aller Menschen zumindest behauptet. Konservative räsonieren darüber, aber machen mit. Rechtspopulisten und Rechtsextreme fordern eine Revolution von rechts und nach rechts. Dort wo sie gelang, wie im deutschen Nationalsozialismus, im italienischen oder spanischen Faschismus, war das Resultat grauenhaft und mörderisch, was aber bis heute einen Teil des rechten Personals nicht davon abhält, nach dem Guten im Bösen zu suchen, von der Autobahn bis zur Wehrmacht, wie zuletzt der AfD-„Denker“ Gauland.…

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Phönix an der Asche – Grundeinkommen im Fernsehen

Michael Opielka – 28. Juni 2017

Am 27. Juni 2017 wurde im Fernsehsender phoenix eine „phoenix-Runde“ zum Thema „1000 Euro für jeden – Wie sinnvoll ist das Grundeinkommen?“ gesendet. Sie kann noch eine Zeitlang in der Mediathek des Senders angesehen werden: https://www.phoenix.de/content/2460954 – sicher keine argumentative Sternstunde der Grundeinkommensdiskussion, vielleicht sogar eine der schlechtesten, unangenehmsten Diskussionen zu diesem Thema, die ich erlebt habe. Dabei reiste ich in guter Hoffnung nach Berlin. Der frühere Vorstand der Bundesagentur für Arbeit und SPD-Politiker Heinrich Alt war angekündigt worden, ein vehementer Grundeinkommens-Gegner, aber immerhin mit Sachkenntnis von Arbeitsmarkt und Hartz IV.…

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Der große Vater? Zum Tod von Helmut Kohl

Michael Opielka – 24. Juni 2017

„Pater Patriae“, einen Vater des Vaterlandes, nannte Volker Zastrow in der FAZ den eben verstorbenen Helmut Kohl, in einem, wie mir schien, brillanten, respektvollen und wägenden Text. Einen besseren Vater als Bismarck, der zur Vaterlandsgewinnung mindestens einen Krieg benötigte. Helmut Kohl wollte genau das nicht, er wollte eine langfristige Friedensarchitektur der Politik. Deshalb Europa, die Europäische Union, der Euro, deshalb die deutsche Einheit, deshalb Vertrauen unter den Mächtigen, deshalb Respekt gegenüber den kleinen und kleineren Mit-Staaten. Freilich, seine Lust an der Macht, am Prozess des machtvollen Gestaltens selbst, hatte zumindest zwei Schattenseiten.…

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Traum und Gedanke

Michael Opielka – 10. Juni 2017

Welche Bedeutung hat Lyrik in Deutschland? Noch die Großeltern erinnerten Schillers Glocke vollständig. Die Reimlosigkeit der meisten modernen Gedichte macht die Erinnerung nicht leicht. Doch das allein dürfte den schweren Stand der Poesie nicht erklären. Vielleicht, so meine Vermutung, ist es gerade das Persönliche der Lyrik, was ihre Rezeptionsprobleme erklärt, obwohl doch scheinbar das Persönliche heute so öffentlich, so politisch ist wie nie, wo Soziale Medien, von Facebook bis Instagramm, fast alles offenbaren. Lyrik als Kunstform bleibt natürlich nicht persönlich, der Inhalt verbindet sich mit Form, nur dann ist es Kunst und dann verwandelt sich auch der Inhalt.…

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Lebenslanges Lernen – Mythenerhellendes großes Buch von ISÖ-Fellow Erich Schäfer

Michael Opielka – 24. Mai 2017
Lebenslanges Lernen – Mythenerhellendes großes Buch von ISÖ-Fellow Erich Schäfer

Prof. Dr. Erich Schäfer, Senior Fellow im ISÖ, veröffentlichte soeben im Wissenschaftsverlag Springer sein großes Buch „Lebenslanges Lernen. Erkenntnisse und Mythen über das Lernen im Erwachsenenalter“. Ein rundum gelungenes und vor allem verständliches Buch, hier mehr: http://www.springer.com/de/book/9783662504215

Erich Schäfer wirkt im ISÖ-Projekt „Zukunftsszenario Altenhilfe Schleswig-Holstein 2030/2045 (ZASH2045)“ als Moderator der Zukunftswerkstätten mit: http://www.isoe.org/projekte/laufende-projekte/zukunftsszenario-altenhilfe-schleswig-holstein-20302045/

Das Buch zeigt auch: Älterwerden hilft. Wenn man aufpasst.…

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Deutschland 2030 – Zukunftsforschung aktuell

Michael Opielka – 22. Mai 2017
Deutschland 2030 – Zukunftsforschung aktuell

Die Initiative D2030 um die ZukunftsforscherInnen Klaus Burmeister und Beate Schulz-Montag lancierte einen Online-Prozess zur Szenario-Entwicklung, der noch bis zum 30.5.2017 offen steht. Die Beteiligung dauert nicht lange und macht Freude: https://www.d2030.de/ Eine Zukunftskonferenz am 6./7. 7.2017 in Berlin kommt dazu.…

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La La Land – US-Kultur, Weltkultur

Michael Opielka – 15. März 2017

Jetzt endlich „La La Land“ von Damien Chazelle angesehen, erhielt immerhin sechs Oscars, wurde für vierzehn nominiert. Zuvor die Ungewissheit, ob es sich lohnt. Die CD mit der Filmmusik mehrmals gehört, ein wenig traditioneller Jazz, eingängige Balladen, illustrierende Orchester, einen Oscar gab es auch dafür, kein Mainstreampop, aber doch eher gefällig. Vielleicht doch die Hollywood US-Kultur, Jugendfilmkultur, Hauptdarsteller wie Emma Stone und Ryan Gosling, aus Mainstreamfilmen uns natürlich unbekannt, wer schaut schon „The Amazing Spider-Man“ oder „Gangster Squad“, wer möchte schon Zeit nur verbrauchen.…

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Und dann und wann ein rosa Elefant – Martin Suter und die Gentechnik

Michael Opielka – 2. Februar 2017

Das Schöne an der Kunst ist, dass sie schön ist. Jedenfalls dann, wenn sie gut ist. Wann ist Literatur gut? Wenn es die Kritiker so sehen. Deshalb hatte es Martin Suter nicht leicht, der Rokoko-Schweizer und frühere Werbetexter. Dass die Leute seine Leser werden und ihn gut finden, hilft, aber genügt dem Künstler nicht. Er braucht seinesgleichen, die Peer-Review, die Gemeinschaft der Kunst. Oder zumindest die Kritiker, die nicht selten gut schreiben, also fast Künstler sind. Umso schöner, dass Suters neues Buch „Elefant“ zumindest bei einigen, jedenfalls den für Ästheten relevanten Kritikern gut ankam, wie in der FAZ http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/neuer-roman-elefant-von-autor-martin-suter-14754992.html, in der Rose-Maria Gropp die pfiffige Geschichte gleich nacherzählt, oder in der NZZ https://www.nzz.ch/feuilleton/martin-suter-und-sein-neuer-roman-die-literarische-antithese-ld.139900, wo Roman Bucheli, den man immer schätzen muss, seinen Landsmann mit Gottfried Keller berührt.…

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Trauriges Trumpland

Michael Opielka – 23. Januar 2017

Die Wahl des Populisten Donald Trump zum US-Präsidenten und die Willfährigkeit wie der Opportunismus, mit der die republikanische Partei aus dessen Präsidentschaft Vorteile generiert, erschrecken zu Recht. Wer für streitbaren, aber immer zivilen Umgang einsteht, wem die Menschenrechte und Respekt wie Nächstenliebe am Herzen liegen, kann sich derzeit wie gelähmt fühlen. Besonders bedrückend ist freilich, dass hier ein offensichtlich zumindest leicht Geistesgestörter in das mächtigste politische Amt dieser Welt hinein rutschte. Das klingt aus Wissenschaftlersicht hart. Doch es gibt zahlreiche Hinweise, wenn nicht Belege für diese beunruhigende Vorstellung.…

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Kulturkampf vs. Strukturkampf? Wie Trump siegen konnte

Michael Opielka – 11. November 2016

Der Sieg des Donald Trump wird die Welt noch lange beunruhigen, Erklärungssuche allenthalben. Am Tag nach der Wahl erinnerte sich Thomas B. Edsall in der New York Times an die Überlegungen des Wissenssoziologen Thomas K. Merton zu den „kleinen Nachteilen“, die sich so addieren können, dass sie zu einem Strudel großer Nachteile werden (http://garfield.library.upenn.edu/merton/matthewii.pdf). Auf den ersten Blick ging es für Hillary Clinton gut aus, etwa 400.000 Stimmen mehr landeten auf ihrem Konto. Doch Trump erhielt etwa 60 Wahlmänner mehr (das finale Ergebnis steht noch aus).…

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