Aufsatz

Hannah Lüsgen/Frederik von Harbou/Michael Opielka, Der Bürgerrat „Ernährung im Wandel“: Blaupause für den Weg aus der Krise der parlamentarischen Demokratie? (2026)

Hannah Lüsgen, Frederik von Harbou, Michael Opielka, Der Bürgerrat „Ernährung im Wandel“: Blaupause für den Weg aus der Krise der parlamentarischen Demokratie?, in ZParl – Zeitschrift für Parlamentsfragen, Jg. 57, 1, 2026, S. 158-177

Die parlamentarische Demokratie befindet sich in einer Krise, und das Vertrauen der Gesellschaft in demokratische Institutionen und ihre Vertreter schwindet. Während Volksabstimmungen in Zeiten des Rechtspopulismus als riskante Option zur Linderung dieser Probleme gelten, richtet sich das Interesse zunehmend auf Bürgerräte als beratend-deliberative Formen der Partizipation. Im Jahr 2023 beauftragte der Deutsche Bundestag erstmals einen Bürgerrat Thema „Ernährung im Wandel“. Neben der Erarbeitung von Empfehlungen für eine gesunde Ernährung sollte dieses partizipative Format auf Bundesebene erprobt werden. Auf der Grundlage einer qualitativen Auswertung von Interviews mit Teilnehmer:innen des Bürgerrats zeigt dieser Artikel, inwieweit das Format „Bürgerrat“ als Blaupause zur Überwindung der Vertrauenskrise in der Demokratie dienen kann. Das Fazit fällt gemischt aus: Einerseits äußerte sich die Mehrheit der Befragten positiv. Demokratische Erosionsprozesse drängen zudem darauf, neue Instrumente zu erproben. Andererseits sind institutionelle Vorkehrungen und politischer Wille erforderlich, um zu verhindern, dass die mögliche Stagnation der Ergebnisse des Bürgerrats den Eindruck einer bloßen Alibibeteiligung erweckt.

Prof. Dr. Michael Opielka (ISÖ) verfasste mit Prof. Dr. Frederik von Harbou (EAH Jena) und Hannah Lüsgen (damals ebenfalls EAH Jena) für die „Zeitschrift für Parlamentsfragen (ZParl)“, die führende deutsche Zeitschrift zur Parlamentarismusforschung, einen Beitrag, der die Erfahrungen mit dem Bürgerrat „Ernährung im Wandel“ empirisch analysiert und theoretisch einordnet.

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