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Peter Handke ehren: „Der kurze Brief zum langen Abschied“ (1972)

Michael Opielka – 2. November 2019
Peter Handke ehren: „Der kurze Brief zum langen Abschied“ (1972)

Die Nachricht vom Literaturnobelpreis 2019 an Peter Handke elektrisierte die Feuilletons. Auch ich war hin- und hergerissen, Handke der Anlass ambivalenter Gefühle und Gedanken. Seine Einlassungen zum Balkankrieg, sein Serbien-Lob haben sein Urteilsvermögen infragegestellt. Auch ich beteiligte mich auf Twitter, dem vielfach verfemten Medium, einer neuen Form der Öffentlichkeit, die jede und jeden zulässt, nichts dauert an, alles ist im Augenblick, verlinkt, bezieht sich auf das und jenes. Seine letzten Bücher hatte ich weggelegt, zu wortlang kamen sie mir vor, wie die Naturbeschreibungen eines Thomas Mann, die mich schon als Jugendlichen einschläferten.…

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Die Homöopathie und (nicht nur) die GRÜNEN

Michael Opielka – 26. Oktober 2019

Die neuesten Beiträge in den Qualitätsmedien ZEIT und SPIEGEL zur Homöopathiedebatte bei den Grünen
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/die-gruenen-wollen-homoeopathie-streit-vom-parteitag-fernhalten-a-1291755.html
https://www.zeit.de/2019/44/forschung-klimawandel-homoeopathie-wissenschaft-versuchung
erinnern doch sehr an die Diskussion um die sogenannte „Atomkraft“ oder Kernkraft in den 1970er und 1980ern, an die Debatte um das Menschengemachte des Klimawandels versus „Klimaleugner“, um die Risiken der Gentechnik, an die Wissenschaftlichkeit eines „Gender“-Konzeptes oder selbst an die Debatte zwischen Evolutions- und Schöpfungstheorien. „Irgendwann“, so das Vertrauen der Aufgeklärten, kommt die Wahrheit heraus und werden die Mythen wiederlegt.

In Sachen Schulmedizin versus Homöopathie oder – weiter gefasst – „Komplementärmedizin“ ist die Diskussion auch nicht neu.…

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In dubio pro infirmis – Im Zweifel für die Schwachen

Michael Opielka – 19. Juli 2019
In dubio pro infirmis – Im Zweifel für die Schwachen

Wozu dient die Wirtschaft? Sie soll die Menschen mit den benötigten Gütern und Dienstleistungen versorgen, und das möglichst sparsam und effizient. „Ökonomisch“ handeln integriert dabei Effizienz und Effektivität, kurzfristigen betriebswirtschaftlichen und langfristigen volkswirtschaftlichen – und müsste man sagen: globalwirtschaftlichen – Nutzen. Deutschland ist auf diesem Gebiet ziemlich führend, schon lange. Rationalisierung soll diesen Nutzen maximieren. Nach dem Ersten Weltkrieg lag die deutsche Wirtschaft am Boden, die Wirtschaftspolitik wollte sie fördern, nach dem Zweiten Weltkrieg nochmals, da wurde das Rationalisierungsgremium umbenannt in „Rationalisierungskuratorium der Deutschen Wirtschaft“, kurz: RKW.…

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15 Jahre Netzwerk Grundeinkommen – Blick zurück nach vorn

Michael Opielka – 1. Juli 2019
15 Jahre Netzwerk Grundeinkommen – Blick zurück nach vorn

Am 9. Juli 2004 wurde in Berlin das Netzwerk Grundeinkommen gegründet. Ich war einer der Gründer. Die Gründung war kein Spontanakt. Wir haben sie vorbereitet. Ich hatte Katja Kipping, damals Landtagsabgeordnete der LINKEN, und Birgit Zenker, damals Bundesvorsitzende der KAB, der Katholischen Arbetnehmerbewegung, gefragt, ob sie mitmachen wollen. Zwei K-Gruppen, so dachte ich, gleichen sich aus, so dass am Ende ihr ethischer Impuls zählt und weder der DDR-Geruch noch der patriarchale Muff des Katholizismus. Ich fand beide sympathisch und verlässlich, ohne das geht Politik nie gut, aber die Gründung war auch eine Verzweiflungstat.…

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Grundeinkommen light – zu Robert Habecks Garantiesicherung

Michael Opielka – 19. November 2018
Grundeinkommen light – zu Robert Habecks Garantiesicherung

Ist mehr Sozialstaat gut? Für linke Zeitgenossen ganz sicher. Höhere Renten, niedrigere Altersgrenzen, höheres Arbeitslosengeld, mehr Schulen, Fortbildung, Kitas, Krankenhäuser. Bei den Rechten ist die Meinung gemischt. Die NSDAP wollte mehr Sozialstaat, allerdings nur für arische Volksgenossen, die AfD will das Gleiche, allerdings derzeit noch ohne Rassenachweis, es genügen helle Haut und deutsche Ahnen. CDUCSU sind gespalten, der bislang marktliberale Gesundheitsminister Spahn repräsentiert das, denn seit er Minister ist, will er viel mehr Geld für die Pflege. Liberale kämpfen unverdrossen gegen den Sozialismus und der klingt fasst wie Sozialstaat, schwierig ist es nur dort, wo sie den Sozialminister stellen.…

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WM-Aus für Deutschland „dank“ AfD und Hasskultur der Desintegration

Michael Opielka – 1. Juli 2018
WM-Aus für Deutschland „dank“ AfD und Hasskultur der Desintegration

Seit dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft als Gruppenletzte in der Vorrunde rätseln Fußballfachleute, wie das kommen konnte. Haben die Weltmeister von 2014 das Spielen verlernt, sind sie zu alt oder waren sie in der Vorbereitung zu verletzt, es wurde breit spekuliert. Doch die naheliegendste Antwort tauchte nur zwischen den Zeilen (und in meinen Kurzkommentaren auf Twitter) auf: die Nationalmannschaft hieß zwar im PR-Sprech des DFB nur noch „Mannschaft“, aber sie war es nicht. Sie konnte es auch nicht sein, da konnte Bundestrainer Joachim Löw nichts mehr retten.…

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Einladung zum 4. B.A.U.M. Netzwerktreffen in Osnabrück

Sophie Peter – 18. Juni 2018
Einladung zum 4. B.A.U.M. Netzwerktreffen in Osnabrück

Am 15. und 16. Juni folgte Sophie Peter, Junior Researcher des ISÖ, der Einladung von B.A.U.M. (Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V.) zum Netzwerktreffen in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) nach Osnabrück. Thema waren die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen und wie diese in Unternehmen angewendet werden können. Der Fokus lag dabei auf Chancen und Risiken von Digitalisierung für Nachhaltigkeit, Prozessmanagement zur Ressourcenschonung und Fördermöglichkeiten für engagierte Unternehmen durch die Bundesstiftung Umwelt.

Das Programm sah am Freitagnachmittag Präsentationen vor und einen Wandertalk am Samstag zum zwanglosen Austausch.…

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Mehrheit der Deutschen für ein Grundeinkommen

Michael Opielka – 14. Juni 2018

Es ist nicht neu, dass sich die Mehrheit der deutschen (Wahl-)Bevölkerung für ein Grundeinkommen ausspricht. Im November 2017 veröffentlichte die Marktforschungsagentur SPLENDID Research aus Hamburg eine Studie, wonach im Schnitt 58% der Befragten „nach dem Lesen einer Definition“ FÜR ein Grundeinkommen eintreten: https://www.splendid-research.com/de/ueber-uns/presse/item/studie-mehrheit-bedingungsloses-grundeinkommen.html. Interessant ist, dass die Marktforscher den Befragten drei Optionen anboten: in der ersten überwogen eher negative Interpretationen, während in der zweiten und dritten Option die Folgen eher positiv geschildert wurden und in Option drei auch noch mit dem laufenden finnischen Experiment illustriert wurden.…

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Migration versus Sozialstaat? Ein Wahlproblem von AfD, Trump, FPÖ und Co.

Michael Opielka – 16. September 2017

Der Aufstieg der Rechtspopulisten bis Rechtsextremen in den letzten Jahren hat drei Ursachen: zum einen generell und schon sehr viel länger das Unbehagen an der Moderne, die ständische Ordnungen abschafft, das Individuum frei setzt und die Gleichheit aller Menschen zumindest behauptet. Konservative räsonieren darüber, aber machen mit. Rechtspopulisten und Rechtsextreme fordern eine Revolution von rechts und nach rechts. Dort wo sie gelang, wie im deutschen Nationalsozialismus, im italienischen oder spanischen Faschismus, war das Resultat grauenhaft und mörderisch, was aber bis heute einen Teil des rechten Personals nicht davon abhält, nach dem Guten im Bösen zu suchen, von der Autobahn bis zur Wehrmacht, wie zuletzt der AfD-„Denker“ Gauland.…

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Phönix an der Asche – Grundeinkommen im Fernsehen

Michael Opielka – 28. Juni 2017

Am 27. Juni 2017 wurde im Fernsehsender phoenix eine „phoenix-Runde“ zum Thema „1000 Euro für jeden – Wie sinnvoll ist das Grundeinkommen?“ gesendet. Sie kann noch eine Zeitlang in der Mediathek des Senders angesehen werden: https://www.phoenix.de/content/2460954 – sicher keine argumentative Sternstunde der Grundeinkommensdiskussion, vielleicht sogar eine der schlechtesten, unangenehmsten Diskussionen zu diesem Thema, die ich erlebt habe. Dabei reiste ich in guter Hoffnung nach Berlin. Der frühere Vorstand der Bundesagentur für Arbeit und SPD-Politiker Heinrich Alt war angekündigt worden, ein vehementer Grundeinkommens-Gegner, aber immerhin mit Sachkenntnis von Arbeitsmarkt und Hartz IV.…

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