Veröffentlichung
Fortschritt – der ISÖ-Podcast – Folge 11 – Nicht Schweigen – Handeln
Die elfte Folge von „Fortschritt – der ISÖ-Podcast. Gespräch über Soziale Nachhaltigkeit und was sonst wirklich wichtig ist“ steht unter dem Leitmotiv „Nicht Schweigen – Handeln“ und widmet sich der Frage, wie Soziale Nachhaltigkeit, ökologische Verantwortung und wirtschaftliches Handeln zusammengebracht werden können. Gastgeber Prof. Dr. Michael Opielka spricht mit Yvonne Zwick, Vorsitzende des BAUM e.V. und ausgewiesene Nachhaltigkeitsexpertin, über ihre persönliche Biografie, ihr aktuelles Buch sowie über strukturelle Herausforderungen der Nachhaltigkeitspolitik.
Zwick erläutert die Motivation hinter ihrem Buch „Nachhaltigkeit machen – 17 Thesen für echten Wandel“, das sich bewusst an den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen orientiert. Sie versteht die SDGs als politische und gesellschaftliche Handlungsagenda und widerspricht der verbreiteten Auffassung, die Ziele seien ohnehin nicht mehr erreichbar. Gerade angesichts der „Dekade des Handelns“ plädiert sie dafür, weniger zu theoretisieren und mehr konkrete Umsetzung zu wagen.
Ein zentrales Motiv des Gesprächs ist Zwick’s Rolle als „Übersetzerin“ zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Sie schildert anhand zahlreicher Beispiele, wie schwer es für Unternehmen und Verbraucher:innen ist, transparente Informationen über ökologische und soziale Auswirkungen von Produkten zu erhalten. Gleichzeitig zeigt sie anhand von Unternehmensbeispielen – etwa aus der Konsumgüter‑, Handels‑ oder Textilbranche –, dass nachhaltiges Wirtschaften möglich ist, wenn Innovation, Partnerschaften und klare Ziele zusammenkommen.
Kritisch diskutiert werden regulatorische Prozesse, etwa im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsberichterstattung und Lieferkettenregulierung. Zwick bemängelt Überkomplexität, ineffiziente Verwaltungsprozesse und fehlende Anschlussfähigkeit an bestehende Berichte. Sie plädiert für einfache, handhabbare Standards, die Unternehmen tatsächlich unterstützen und Investitionen in nachhaltige Geschäftsmodelle erleichtern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Sozialer Nachhaltigkeit. Zwick widerspricht der These, Ökologie sei ein Luxusprojekt für privilegierte Gruppen. Umwelt- und Klimaschutz seien vielmehr Grundvoraussetzungen für sozialen Zusammenhalt und ein gutes Leben für alle. Beispiele wie Energieberatungen für einkommensschwache Haushalte oder die Diskussion um Grundsicherung und gesellschaftliche Teilhabe verdeutlichen, dass ökologische und soziale Fragen untrennbar miteinander verbunden sind.
Abschließend betonen beide Gesprächspartner, dass eine nachhaltige Transformation nur gelingen kann, wenn Natur‑ und Sozialverhältnisse gemeinsam neu gedacht werden. „Nicht Schweigen – Handeln“ wird damit zu einem Appell für Verantwortung, Mut zur Veränderung und einen universalistischen Begriff von Nachhaltigkeit.
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