Veröffentlichung
Fortschritt – der ISÖ-Podcast – Folge 10 – Erben und Vermögen
In der zehnten Folge des ISÖ-Podcast „Fortschritt – Gespräche zu Sozialer Nachhaltigkeit und was sonst wirklich wichtig ist“ diskutiert Prof. Dr. Michael Opielka mit Dr. Stefan Bach, Steuerexperte und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die politischen, sozialen und ökonomischen Dimensionen von Erben und Vermögen.
Ausgangspunkt ist die stark ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland. Während ein großer Teil der Bevölkerung kaum oder gar kein Vermögen besitzt, konzentriert sich ein erheblicher Anteil des Gesamtvermögens auf wenige Prozent an der Spitze. Diese Entwicklung wird durch Erbschaften verstärkt: Deutschland entwickelt sich zunehmend zu einer Erbengesellschaft, in der soziale Chancen immer stärker vom familiären Hintergrund abhängen.
Im Gespräch wird deutlich, dass diese Ungleichheit nicht nur eine soziale, sondern auch eine politische Dimension hat. Große Vermögen bedeuten wirtschaftliche Macht und eröffnen Einflussmöglichkeiten auf öffentliche Meinungsbildung und politische Entscheidungen. Zugleich steht dieses Ungleichgewicht im Spannungsverhältnis zum Ideal der sozialen Marktwirtschaft, die Chancen durch eigene Leistung eröffnen soll.
Einen besonderen Akzent setzt die Folge durch persönliche Erfahrungen der Gesprächspartner. Michael Opielka berichtet von einem Aufwachsen ohne Erbschaft, während Stefan Bach von einer unerwarteten Erbschaft spricht, die ihm die Mechanismen und Ungleichheiten der Erbschaftssteuer konkret vor Augen geführt hat. Diese Perspektiven machen sichtbar, wie sehr Vermögenstransfers vom Zufall familiärer Konstellationen abhängen.
Im Zentrum des letzten Teils stehen Reformoptionen. Diskutiert werden die Vor- und Nachteile von Vermögens- und Erbschaftssteuern, internationale Vorschläge wie die von Gabriel Zucman sowie aktuelle Privilegierungen von Betriebsvermögen. Bach erläutert, warum die Erbschaftssteuer aus ökonomischer Sicht häufig als das geeignetere Instrument gilt, um Chancengleichheit zwischen Generationen zu fördern, ohne laufende Investitionen unnötig zu belasten.
Abschließend werden weiterführende Ideen wie ein staatlicher Beteiligungsfonds oder ein Grunderbe für alle diskutiert. Die Folge endet mit der Einsicht, dass Reformen politisch schwierig sind, aber notwendig bleiben: Ziel ist ein fairer Ausgleich, bei dem wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erhalten bleibt und sehr große Vermögen einen angemessenen Beitrag zum Gemeinwohl leisten.
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