Blog


Trauriges Trumpland

Michael Opielka – 23. Januar 2017

Die Wahl des Populisten Donald Trump zum US-Präsidenten und die Willfährigkeit wie der Opportunismus, mit der die republikanische Partei aus dessen Präsidentschaft Vorteile generiert, erschrecken zu Recht. Wer für streitbaren, aber immer zivilen Umgang einsteht, wem die Menschenrechte und Respekt wie Nächstenliebe am Herzen liegen, kann sich derzeit wie gelähmt fühlen. Besonders bedrückend ist freilich, dass hier ein offensichtlich zumindest leicht Geistesgestörter in das mächtigste politische Amt dieser Welt hinein rutschte. Das klingt aus Wissenschaftlersicht hart. Doch es gibt zahlreiche Hinweise, wenn nicht Belege für diese beunruhigende Vorstellung.…

Mehr lesen ...

Kulturkampf vs. Strukturkampf? Wie Trump siegen konnte

Michael Opielka – 11. November 2016

Der Sieg des Donald Trump wird die Welt noch lange beunruhigen, Erklärungssuche allenthalben. Am Tag nach der Wahl erinnerte sich Thomas B. Edsall in der New York Times an die Überlegungen des Wissenssoziologen Thomas K. Merton zu den „kleinen Nachteilen“, die sich so addieren können, dass sie zu einem Strudel großer Nachteile werden (http://garfield.library.upenn.edu/merton/matthewii.pdf). Auf den ersten Blick ging es für Hillary Clinton gut aus, etwa 400.000 Stimmen mehr landeten auf ihrem Konto. Doch Trump erhielt etwa 60 Wahlmänner mehr (das finale Ergebnis steht noch aus).…

Mehr lesen ...

„Nachhaltigkeit!“ – sehr lesenswertes Buch eines CDU-Bundestagsabgeordneten

Michael Opielka – 19. Oktober 2016

Wissenschaftler lesen ständig, was andere WissenschaftlerInnen schreiben, die Wissenschaft ist eine Kommunikationsgemeinschaft, der „state of the art“ ist der Stand der Kunst der Anderen, der eigene Beitrag ja meist sehr bescheiden, Demut angesagt. Hin und wieder überrascht die Lektüre sehr, fällt einem Unerwartetes in die Hände, öffnet der Blick in Fremdes den eigenen Blick in die Welt. Vor Kurzem wurde mir das Buch eines CDU-Bundestagsabgeordneten zur Nachhaltigkeitsdebatte empfohlen, ich erwartete ein „typisches“ Politikerbuch, eine Mischung aus geschönter Autobiographie und Programmatik, ließ es also etwas liegen.…

Mehr lesen ...

Burkini, Kopftuch und der Sexismus der Differenz

Michael Opielka – 5. September 2016

Interessanter Standpunkt der kanadisch-französischen Feministin Louise Mailloux über Burkini und Kopftuch: im multikulturellen Kanada ist das Kopftuch auch an Schulen zugelassen, auch im frankophonen Quebec. In ihrem Blog schreibt sie: „1978 hatte die Regierung ihre Schulbuch-Politik noch im Hinblick auf den Sexismus modifiziert, um jede Referenz auf sexistische Stereotypen zu tilgen und die Gleichheit der Geschlechter zu fördern. Während wir heute unsere Kinder dem Sexismus des Hidschab der Lehrerinnen und Erzieherinnen aussetzen, die im Namen der Öffnung für die Differenz verschleiert sind.…

Mehr lesen ...

Das Gedicht der Welt

Michael Opielka – 16. August 2016
Das Gedicht der Welt

Der Klappentext des neuesten Buches des Wissenschaftlichen Leiters des ISÖ klingt nicht sehr wissenschaftlich: „Das Gedicht zum Du erklären. Wir können ein Gedicht ansprechen, das wie ein Bild, wie eine Sonate anhält, entschleunigt, das sich zeigt. Aus dem nicht mehr der Dichter spricht, das selbst spricht. Das Gedicht wird zum Gegenüber, das ein Gegenüber sucht und braucht. Es ist ein Anderes, das den Anderen erreichen will. Es schweigt ja nicht, es spricht.“ Es ist auch kein Wissenschaftsbuch, sondern sein zweiter Gedichtband, der erste („Liebedichlied“) erschien Ende 2015.…

Mehr lesen ...

Olympiade in Rio – Beitrag für Nachhaltigkeit?

Michael Opielka – 12. August 2016

16 Tage Olympiade in Rio de Janeiro – die Halbzeitbilanz aus der Ferne, wir sind in Deutschland geblieben, sehen hin, fühlen mit, denken nach. Der alte Zweikampf USA-Russland (Sowjetunion) tritt zurück, China folgt meist auf Medaillenrang zwei, ganz oben auch Großbritannien, wie schon bei der Olympiade 2012 in London, trotz Brexit, es liegt nicht am Inseldasein, sondern an einer extrem fokussierten staatlichen und Lotterie-Förderung des Leistungssports seit 1997. Würden alle EU-Staaten, selbst ohne Großbritannien, als Vereinigte Staaten von Europa antreten, sie würden die USA wohl übertreffen.…

Mehr lesen ...